Shopify passt eher zu dir, wenn du Hosting und Infrastrukturarbeit abgeben möchtest; PrestaShop, wenn du den Quellcode verändern willst und die technische Betreuung organisieren kannst. Shopify enthält Hosting und SSL in seinen Tarifen. Das Open-Source-Projekt von PrestaShop kannst du kostenlos herunterladen, verändern und nutzen. Für deinen Onlineshop ist deshalb nicht allein der Softwarepreis entscheidend, sondern auch, wer Einrichtung, Updates und laufenden Betrieb übernimmt.
PrestaShop oder Shopify: zwei unterschiedliche Betriebsmodelle
PrestaShop stellt ein frei verfügbares Open-Source-Projekt bereit. Open Source bedeutet hier, dass du den Quellcode bearbeiten und die Software an deine Anforderungen anpassen kannst. Bei einer selbst betriebenen Installation wählst du außerdem die Hosting-Umgebung und organisierst die technische Betreuung.
Shopify verkauft dagegen einen gehosteten Dienst. Laut Shopify-Tarifübersicht gehören Webhosting, unbegrenzte Bandbreite und ein TLS-/SSL-Zertifikat für verbundene Domains zum Leistungsumfang. Das Zertifikat ermöglicht die verschlüsselte Verbindung zwischen Browser und Shop.
Damit verschiebt sich die Arbeit: Bei Shopify kaufst du Infrastruktur als Teil des Dienstes ein. Bei einer selbst betriebenen PrestaShop-Installation legst du fest, wer sie bereitstellt und betreut. Das kann dein eigenes Team sein oder ein beauftragter Dienstleister.
Dieser Vergleich bezieht sich auf das Open-Source-Projekt von PrestaShop. PrestaShop führt daneben die Angebote PrestaShop Classic und PrestaShop Hosted. Die Verantwortlichkeiten einer selbst betriebenen Installation hängen vom gewählten Hosting- und Betreuungsmodell ab.
Wer übernimmt Einrichtung und Infrastruktur?
Shopify nimmt dir die Bereitstellung des Hostings ab. Bei selbst betriebenem PrestaShop musst du die technische Zuständigkeit festlegen. Für einen kleinen Shop ist das eine Personalentscheidung ebenso wie eine Plattformentscheidung.
Was bei einem selbst betriebenen PrestaShop-Shop anfällt
Hosting, Softwareupdates und die Zusammenarbeit zwischen Shop, Theme und Modulen gehören zur Betriebsplanung. Module sind Erweiterungen, mit denen du zusätzliche Funktionen einbindest. Wie viel Arbeit du selbst erledigst, hängt von deiner Installation und den Leistungen deines Hosting- oder Betreuungspartners ab.
Vor der Entscheidung sollte deshalb klar sein:
- Wer richtet die Hosting-Umgebung ein und betreut sie?
- Wer installiert Updates und prüft die Kompatibilität der eingesetzten Module?
- Wer untersucht technische Störungen?
- Welche Arbeiten übernimmt ein Dienstleister, und welche bleiben bei deinem Team?
PrestaShop beschreibt für PrestaShop 9 einen Update Assistant, der Aktualisierungen unterstützt. Ein solches Werkzeug ist Teil des technischen Betriebs; die Verantwortung für die konkrete Installation muss trotzdem zugewiesen sein.
Was Shopify übernimmt – und was bei dir bleibt
Durch das enthaltene Hosting entfällt die Auswahl und Betreuung einer eigenen Serverumgebung für den Shop. Dein Team beschäftigt sich weiterhin mit Sortiment, Produktseiten, Theme, Erweiterungen und Zahlungsanbietern.
Für einen Inhaber, der zugleich Marketing und Bestellungen betreut, spricht das für Shopify: Infrastruktur muss nicht als eigener Arbeitsbereich aufgebaut werden. Ein Team mit technischer Betreuung kann bei PrestaShop dagegen bewusst mehr Verantwortung übernehmen, um die Hosting-Umgebung und den Shop-Code selbst zu gestalten.
Wie viel Anpassung ist möglich?
PrestaShop ist die passendere Richtung, wenn Änderungen am Quellcode eine feste Anforderung sind. Bei Shopify musst du prüfen, ob Themes, APIs und die Möglichkeiten deines Tarifs dafür ausreichen. Eine API ist eine Programmierschnittstelle, über die andere Anwendungen mit dem Shop kommunizieren können.
PrestaShop: Änderungen am Shop-Code
Die freie Änderbarkeit ist eine grundlegende Eigenschaft des PrestaShop-Projekts. Sie gibt Entwicklern Zugriff auf den Code, verlagert aber auch die Betreuung eigener Änderungen in die Betriebsplanung.
PrestaShop nennt für PrestaShop 9 Symfony 6.4 und PHP 8.1+ als technische Grundlage. Hinzu kommen eine Admin API, das Theme Hummingbird, eine überarbeitete Verwaltungsoberfläche, SEO-Einstellungen und der Update Assistant. Für dein Entwicklungsteam sind diese Angaben relevant, wenn es die Installation und Erweiterungen plant.
Quellcode-Zugriff ist besonders dann ein Entscheidungskriterium, wenn eine benötigte Änderung über die vorhandenen Einstellungen und Erweiterungen hinausgeht. Lass die technische Betreuung dafür den Umfang der Anpassung und die spätere Pflege benennen. Die Möglichkeit, Code zu verändern, und der Aufwand dafür sind zwei getrennte Fragen.
Shopify: Anpassungen innerhalb des Dienstes
Shopify bietet Theme-Anpassungen und APIs. Die Tarifübersicht unterscheidet außerdem den Umfang der Checkout-Anpassung: Bei Shopify Basic, Shopify Grow und Shopify Advanced ist er begrenzt; Shopify Plus wird mit voller Checkout-Anpassbarkeit aufgeführt.
Für die Auswahl ist daher wichtig, wo deine Anforderung liegt. Änderungen an der Gestaltung des Shops sind eine andere Aufgabe als Änderungen am Bestellabschluss. Wenn der Checkout für deinen Geschäftsablauf angepasst werden muss, gehört diese Anforderung bereits in die Tarifentscheidung.
| Entscheidungsfaktor | PrestaShop | Shopify |
| Plattformmodell | Open-Source-Projekt, kostenlos herunterzuladen, zu verändern und zu nutzen | Gehosteter Dienst mit laufendem Abonnement |
| Infrastruktur | Hosting für eine selbst betriebene Installation wird separat organisiert | Hosting, unbegrenzte Bandbreite und SSL sind in den aufgeführten Tarifen enthalten |
| Anpassung | Quellcode kann verändert werden | Theme-Anpassungen und APIs; Checkout-Anpassung nach Tarif |
| Kostenstruktur | Hosting, Module, Zahlungsabwicklung und technische Betreuung richten sich nach der gewählten Installation | Abonnement, Zahlungsabwicklung, gegebenenfalls zusätzliche Transaktionsgebühren und Erweiterungen |
Shop-Verwaltung, Sicherheit und Support
Shopify bündelt Infrastruktur und tarifabhängigen Support; bei PrestaShop gehört die technische Betreuung zur Gestaltung deines Betriebsmodells. Das ist für die tägliche Arbeit wichtiger als die bloße Zahl angebotener Funktionen.
Verwaltung und technische Weiterentwicklung
PrestaShop 9 enthält eine überarbeitete Verwaltungsoberfläche und eine Admin API. Die Oberfläche betrifft die Arbeit im Shop-Alltag, die API die Anbindung anderer Anwendungen. Für die Auswahl lohnt es sich, beide Aufgaben getrennt zu betrachten: Was müssen Mitarbeiter regelmäßig erledigen, und was muss ein Entwickler integrieren oder anpassen?
Shopify führt unbegrenzt viele Produkte in seinen Tarifen Basic, Grow, Advanced und Plus auf. Die Zahl zusätzlicher Mitarbeiterkonten unterscheidet sich nach Tarif; Zugänge für externe Mitarbeiter werden separat behandelt. Wenn mehrere Personen den Shop betreuen sollen, gehört die Kontenplanung deshalb neben die Funktions- und Kostenplanung.
Sicherheit und Hilfe bei Problemen
Shopify nennt in seiner Tarifübersicht SSL und die Einhaltung von PCI DSS auf Level 1. PCI DSS ist ein Sicherheitsstandard für den Umgang mit Zahlungskartendaten. Shopify führt außerdem Live-Chat-Support rund um die Uhr für Basic und Grow, erweiterten Live-Chat-Support für Advanced und priorisierten Support für Plus auf.
PrestaShop verweist für sein Open-Source-Projekt auf Entwicklerdokumentation und Community-Angebote. Bei einer selbst betriebenen Installation sind Sicherheitswartung und Hilfe bei technischen Problemen Aufgaben, die du deinem Team oder einem Betreuungspartner zuweisen musst.
Für die Auswahl eines Dienstleisters ist daher dessen Leistungsumfang entscheidend: Übernimmt er nur das Hosting oder auch Shop-Updates, Modulpflege und die Bearbeitung von Störungen? Ein Hosting-Vertrag und eine umfassende Shop-Betreuung decken unterschiedliche Aufgaben ab.
Welche Kosten gehören in den Vergleich?
Kostenlose PrestaShop-Software bedeutet keinen kostenlos betriebenen Shop. Ein Shopify-Abonnement ist ebenfalls nur ein Teil des Betriebsbudgets. Ein sinnvoller Kostenvergleich erfasst die Leistungen, die dein Shop tatsächlich benötigt.
Das Budget für PrestaShop
Plane bei einer selbst betriebenen Installation getrennt für:
- Hosting: die gewählte Umgebung und ihre Betreuung.
- Theme und Module: die Erweiterungen, die dein Shop benötigt.
- Einrichtung und Anpassungen: Installation, Konfiguration und Entwicklungsarbeit.
- Laufende technische Betreuung: Updates, Kompatibilitätsprüfungen und Störungsbearbeitung.
- Zahlungsabwicklung: die Konditionen des eingesetzten Zahlungsanbieters.
Die kostenlose Nutzung der Software betrifft die Software selbst. Die übrigen Positionen ergeben sich aus deinem Shop-Konzept und den beauftragten Leistungen. Für einen belastbaren Vergleich sollten Angebote dieselben benötigten Funktionen und denselben Betreuungsumfang abdecken.
Das Budget für Shopify
Bei Shopify stehen das Abonnement, kostenpflichtige Erweiterungen und Zahlungsgebühren im Budget. Hinzu kommt gegebenenfalls Arbeit für Einrichtung und individuelle Anpassungen.
Der enthaltene Infrastrukturumfang kann sich für ein kleines Team lohnen, das Hosting nicht separat betreuen möchte. Ob das Abonnement wirtschaftlich zu deinem Betrieb passt, hängt auch von den benötigten Erweiterungen, dem Tarif und dem Zahlungsweg ab.
Zwei Zahlungswege mit unterschiedlichen Gebühren
Shopify unterscheidet in seinen Gebühreninformationen zwischen Zahlungsabwicklung und zusätzlichen Transaktionsgebühren für externe Zahlungsanbieter.
Mit Shopify Payments: Du zahlst die anwendbaren Gebühren für die Zahlungsabwicklung. Für Shopify-Payments-Bestellungen fällt grundsätzlich keine zusätzliche Transaktionsgebühr für externe Zahlungsanbieter an. Shopify nennt Ausnahmen, darunter bestimmte Zahlungen mit Geschenkgutscheinen oder Shop-Guthaben bei Shops, die am oder nach dem 12. Mai 2025 erstellt wurden.
Mit einem externen Zahlungsanbieter: Die Abwicklungsgebühr dieses Anbieters bleibt eine eigene Position. Zusätzlich kann Shopify eine tarifabhängige Transaktionsgebühr berechnen. Für dein Budget gehören dann der Shopify-Tarif, die anwendbare Shopify-Transaktionsgebühr und die Abwicklungsgebühr des externen Anbieters zusammen.
Auch der Zahlungsmix beeinflusst die Kosten. Shopify nennt Kartentyp und Kartenherkunft als Faktoren für die Verarbeitungskosten. Wenn Zahlungs- und Auszahlungswährung voneinander abweichen, können außerdem Währungsumrechnungsgebühren anfallen. Für die Kalkulation zählt deshalb der Zahlungsweg, den deine Kunden tatsächlich nutzen sollen.
Welche Plattform passt zu deinem Team?
Wähle Shopify, wenn du Infrastrukturarbeit abgeben möchtest
Shopify ist die naheliegendere Wahl, wenn du Hosting als Bestandteil der Plattform einkaufen willst und deine Anforderungen innerhalb der angebotenen Anpassungsmöglichkeiten liegen. Das passt zu einem kleinen Team, das seine Zeit vor allem für Sortiment, Produktseiten, Marketing und Bestellungen einsetzen möchte.
Prüfe vor der Tarifwahl die benötigten Mitarbeiterzugänge, Erweiterungen und Checkout-Anpassungen. Diese Anforderungen bestimmen, welcher Leistungsumfang zu deinem Betrieb passt.
Wähle PrestaShop, wenn Quellcode-Kontrolle wichtig ist
PrestaShop passt eher, wenn dein Team Änderungen am Quellcode benötigt und technische Aufgaben selbst übernehmen oder verbindlich an einen Dienstleister vergeben kann. Entscheidend ist, dass die Betreuung nicht bei der Einrichtung endet: Hosting, Updates und Module gehören zum laufenden Betrieb.
Lege dafür mit der technischen Betreuung fest, welche Anpassungen nötig sind, wer sie pflegt und welche laufenden Leistungen du einkaufst. Bei Shopify muss eine benötigte weitreichende Checkout-Anpassung dagegen bereits in die Tarifwahl einfließen: Basic, Grow und Advanced führen begrenzte Anpassungsmöglichkeiten auf, Plus volle Checkout-Anpassbarkeit.