Wählen Sie Wix eher für einen kleinen, gestaltungsorientierten Onlineshop und Shopify eher für einen verkaufsorientierten Betrieb mit wachsendem Sortiment und mehreren Vertriebskanälen. Bei den Zahlungsgebühren hat in Deutschland keine Plattform durchgehend den Vorteil: Wix Payments berechnet für EU-Kartenzahlungen außer American Express 1,9 % plus 0,30 €, Shopify Payments im Tarif Basic 2,1 % plus 0,30 €. Welche Lösung wirtschaftlich passt, hängt zusätzlich vom Abonnement, den benötigten Funktionen und Ihrem Betriebsablauf ab.
Wix und Shopify im direkten Vergleich
| Kriterium | Wix | Shopify |
| Website-Bearbeitung laut Website Builder Expert | Visueller Drag-and-drop-Editor | Abschnittsbasierter Editor |
| Ausrichtung laut Website Builder Expert | Allgemeiner Website-Baukasten mit Shop-, Marketing- und Terminplanungsfunktionen | Auf den Handel ausgerichtete Plattform mit E-Commerce-Vorlagen |
| Verarbeitung inländischer Online-Kartenzahlungen außer American Express in Deutschland | Wix Payments: 1,9 % + 0,30 € pro Zahlung | Shopify Payments mit Basic: 2,1 % + 0,30 € pro Zahlung |
Gestaltung oder Verkaufsbetrieb: Was steht im Mittelpunkt?
Wenn Ihre Website vor allem Ihre Marke, Inhalte oder Dienstleistungen präsentieren soll und der Shop ein Teil davon ist, spricht das für einen anderen Ausgangspunkt als bei einem Unternehmen, dessen tägliche Arbeit aus Produkten, Bestellungen und Verkaufskanälen besteht.
Wix verbindet einen allgemeinen Website-Baukasten mit Shop-, Marketing- und Terminplanungsfunktionen. Shopify richtet seine Plattform stärker auf den Handel aus. Website Builder Expert empfiehlt Wix für kleinere Unternehmen mit hohem Gestaltungsanspruch und Shopify für wachsende Handelsbetriebe. Diese Einordnung ist eine redaktionelle Empfehlung des Fachportals.
Für einen wachsenden Katalog ist eine konkrete Shopify-Eigenschaft relevant: Die Standardtarife führen unbegrenzt viele Produkte auf. Das macht die Produktanzahl zu einem weniger ausschlaggebenden Grund für einen Tarifwechsel. Ein höherer Tarif sollte stattdessen eine benötigte Funktion freischalten oder sich über die Gebührenstruktur rechnen.
Wix: sinnvoll, wenn die Website mehr als ein Shop ist
Website Builder Expert beschreibt Wix als visuellen Drag-and-drop-Editor mit integrierten Funktionen für allgemeinere Unternehmenswebsites. Für einen kleinen Anbieter, der regelmäßig Inhaltsseiten gestaltet und daneben Produkte verkauft, ist diese Arbeitsweise ein nachvollziehbares Auswahlkriterium.
Die praktische Frage lautet deshalb: Verbringen Sie mehr Zeit mit dem Gestalten und Pflegen von Seiten oder mit dem Verwalten Ihres Handelsbetriebs? Bei einem inhalts- oder dienstleistungsorientierten Unternehmen kann die Bearbeitung der Website den Ausschlag geben. Ein günstigerer Kartensatz allein beantwortet diese Frage nicht.
Shopify: sinnvoll, wenn der Handel den Tagesablauf bestimmt
Shopify bietet einen Website-Baukasten sowie den Verkauf über mehrere Kanäle, darunter soziale Netzwerke und Marktplätze. Website Builder Expert beschreibt den Editor als abschnittsbasiert und die Vorlagen als auf den E-Commerce ausgerichtet.
Für einen produktorientierten Betrieb ist damit vor allem interessant, wie sich Sortiment und Verkaufskanäle organisieren lassen. Die gestalterische Arbeit bleibt wichtig, steht aber neben der laufenden Bestell- und Produktverwaltung. Prüfen Sie deshalb an einer typischen Produktseite und einer Inhaltsseite, ob die jeweilige Bearbeitungsweise zu Ihrer täglichen Arbeit passt.
Shopify-Preise in Deutschland: Jahres- und Monatsabrechnung
Die deutsche Shopify-Preisseite nennt zum 12. Oktober 2026 folgende reguläre Abopreise und Standardgebühren für Online-Kartenzahlungen mit Shopify Payments. Der Monatsbetrag bei Jahresabrechnung ist ein rechnerischer Monatswert; abgerechnet wird jährlich.
| Shopify-Tarif | Rechnerisch pro Monat bei Jahresabrechnung | Bei monatlicher Abrechnung | Standardgebühr für Online-Kartenzahlungen |
| Basic | 27 € | 36 € | 2,1 % + 0,30 € |
| Grow | 79 € | 105 € | 1,8 % + 0,30 € |
| Advanced | 289 € | 384 € | 1,6 % + 0,30 € |
Shopify Plus beginnt auf der deutschen Preisseite bei 2.100 € monatlich; die aufgeführte Standard-Kartenrate beträgt 1,3 % plus 0,30 €.
Für die Budgetplanung ist die Abrechnungsform relevant: Basic entspricht bei Jahresabrechnung 324 € pro Jahr. Zwölf Monate mit monatlicher Abrechnung kosten 432 €. Die monatliche Zahlungsweise erhöht die Abokosten in diesem Beispiel somit um 108 € jährlich.
Wann lohnt sich ein höherer Tarif wegen der Kartenrate?
Ein niedrigerer Prozentsatz rechtfertigt nicht automatisch den höheren Abopreis. Bei Jahresabrechnung kostet Grow rechnerisch 52 € monatlich mehr als Basic. Die Standard-Kartenrate sinkt dafür um 0,3 Prozentpunkte; der feste Betrag pro Zahlung bleibt gleich.
Allein über diese Gebührendifferenz wird der Mehrpreis bei rund 17.333 € entsprechendem Kartenumsatz pro Monat ausgeglichen:
52 € ÷ 0,003 ≈ 17.333 €.
Das ist eine Modellrechnung bei gleichem Kartenmix und gleicher Abrechnungsform. Benötigte Zusatzfunktionen können einen Tarifwechsel auch bei niedrigerem Umsatz sinnvoll machen. Umgekehrt ist ein größerer Produktkatalog für sich genommen kein Grund, wegen der Produktanzahl von Basic zu Grow zu wechseln.
Wix Payments und Shopify Payments: Welche Gebühren zählen?
Für deutsche Händler gilt bei Wix Payments der veröffentlichte EU-Kartensatz. Die Gebührenübersicht von Wix Payments nennt für Kredit- und Debitkarten außer American Express 1,9 % plus 0,30 € pro Zahlung. Andere Zahlungsmethoden haben eigene Konditionen.
Im direkten Vergleich mit Shopify Basic ist der variable Anteil bei Wix Payments damit um 0,2 Prozentpunkte niedriger. Der feste Betrag ist identisch. Bei einer entsprechenden Zahlung über 50 € ergibt das einen Unterschied von 0,10 €; bei höheren Warenkörben wächst der Unterschied pro Bestellung.
Shopify Grow und Advanced haben wiederum niedrigere veröffentlichte Standard-Kartenraten als Wix Payments. Dafür fallen höhere Shopify-Abokosten an. Der günstigste Prozentsatz und die wirtschaftlich passende Tarifwahl sind deshalb zwei unterschiedliche Entscheidungen.
Zahlungsabwicklung und Plattformgebühr getrennt kalkulieren
Die Zahlungsabwicklungsgebühr bezahlt die Verarbeitung einer Zahlung. Daneben kann Shopify bei der Nutzung externer Zahlungsanbieter eine zusätzliche plattformseitige Transaktionsgebühr erheben. Diese kommt zu den Gebühren des jeweiligen Zahlungsanbieters hinzu.
Wenn Sie bereits einen bestimmten Zahlungsanbieter einsetzen möchten, kalkulieren Sie deshalb dessen Konditionen und die zusätzliche Shopify-Gebühr gemeinsam. Die Shopify-Payments-Raten aus der Preistabelle bilden eine andere Konstellation ab.
Auslandszahlungen und Währungsumrechnung verändern die Rechnung
Wix nennt für EU-Länder einen Aufschlag von 1 % für grenzüberschreitende Zahlungen, soweit dieser anfällt. Für Zahlungen von einem EU-Land in ein anderes erhebt Wix keine grenzüberschreitende Zusatzgebühr. Bei Zahlungen in einer anderen Währung als der Hauptwährung der Website nennt Wix eine Währungsumrechnungsgebühr von 2 %.
Für einen überwiegend innerhalb der EU in Euro verkaufenden Shop ist daher ein anderes Gebührenmodell relevant als für einen Händler mit vielen Zahlungen in Fremdwährungen. Trennen Sie diese Umsatzgruppen in Ihrer Kalkulation, statt einen einzigen Kartensatz auf sämtliche Bestellungen anzuwenden.
Rechenbeispiel: 100 Bestellungen zu je 50 €
Angenommen, ein deutscher Shop erhält monatlich 100 abgeschlossene Bestellungen mit jeweils 50 € Warenwert. Alle Zahlungen erfolgen mit inländischen Online-Kredit- oder Debitkarten außer American Express, ohne Währungsumrechnung. Der monatliche Kartenumsatz beträgt dann 5.000 €.
Die Zahlungsabwicklung kostet:
- Wix Payments: 5.000 € × 1,9 % + 100 × 0,30 € = 125 €.
- Shopify Payments mit Basic: 5.000 € × 2,1 % + 100 × 0,30 € = 135 €.
Die Differenz bei der Zahlungsabwicklung beträgt 10 € monatlich. Diese Beträge enthalten jeweils ausschließlich die berechneten Kartenverarbeitungsgebühren.
Für Shopify Basic ergibt sich bei Jahresabrechnung einschließlich des rechnerischen Abobetrags eine monatliche Zwischensumme von 162 €: 135 € Zahlungsabwicklung plus 27 € Abonnement. Bei monatlicher Abrechnung sind es 171 €. Steuern, Versand, Apps, Rückerstattungen, Rückbuchungen und weitere Betriebskosten sind in diesen Zwischensummen nicht enthalten.
Was ein Wechsel zu Grow in diesem Beispiel bewirkt
Mit Grow sinkt die Kartenverarbeitung für dieselben Bestellungen auf 120 €: 5.000 € × 1,8 % plus 30 € feste Zahlungsgebühren. Zusammen mit dem rechnerischen Jahresabo-Monatsbetrag von 79 € ergibt das 199 €.
Die niedrigere Kartenrate spart hier 15 €, während das Abonnement 52 € mehr kostet. Die Zwischensumme liegt damit 37 € über Basic. Für diesen Shop müsste Grow seinen Mehrpreis also durch benötigte Funktionen rechtfertigen, nicht durch die Kartenersparnis allein.
Tägliche Verwaltung: Gestaltungshilfe, Analyse und Arbeitsaufwand
Eine Plattformentscheidung betrifft auch Aufgaben, die keine eigene Position auf der Aborechnung haben: Inhalte pflegen, Produkte bearbeiten und Entscheidungen aus den Geschäftszahlen ableiten.
Bei der Website-Pflege kann eine geführte Arbeitsweise nützlich sein. Emma Ryan beschrieb in ihrem Test für Website Builder Expert etwa die personalisierte SEO-Checkliste von Wix als hilfreiche Rückmeldung zu Inhalten und Einstellungen. Diese Beobachtung betrifft die Unterstützung bei der Suchmaschinenoptimierung, nicht einen gemessenen Vorteil bei Besucherzahlen oder Verkäufen.
Für die kaufmännische Auswertung stellte Shopify am 21. Mai 2025 im Rahmen von Shopify Editions | Summer ’25 ein Sidekick-Update vor. Shopify beschrieb den KI-Assistenten dabei als Unterstützung, die Geschäftschancen erkennen, Markttrends verständlich machen und datenbasierte Entscheidungen erleichtern soll.
Für die Auswahl ist eine konkrete Arbeitsaufgabe aussagekräftiger als das Schlagwort KI: Brauchen Sie vor allem Hilfe beim Erstellen und Überarbeiten Ihrer Website oder bei der Auswertung Ihres Handelsbetriebs? Legen Sie diese Aufgaben fest, bevor Sie einzelne Assistenten zum entscheidenden Kaufargument machen.
Ein stimmiger Markenauftritt löst die Betriebsfragen nicht allein
Wie eng Gestaltung und Betrieb zusammenhängen, schilderte ein Buchhändler in einer Diskussion auf r/smallbusiness: Die bestehende eingebundene Verkaufslösung passe nicht zur eigenen Marke; gewünscht sei ein besser integriertes Einkaufserlebnis auf der eigenen Website. Ein anderer Teilnehmer empfahl, dabei Marge, Kapitalbindung und Arbeitszeit gegeneinander abzuwägen.
Für einen kleinen Händler mit begrenzter Versandkapazität gehört deshalb auch die Aufgabenverteilung zur Plattformwahl. Legen Sie fest, wer Bestellungen, Versand, Retouren und Kundenanfragen bearbeitet. Eine gestalterisch überzeugende Website ersetzt diese Abläufe nicht.
Welche Plattform sollten Sie wählen?
Wählen Sie eher Wix, wenn Sie einen kleineren Shop als Teil einer inhalts- oder dienstleistungsorientierten Website betreiben und die visuelle Seitenbearbeitung einen großen Teil Ihrer Arbeit ausmacht. Das entspricht der von Website Builder Expert beschriebenen Stärke des Baukastens.
Wählen Sie eher Shopify, wenn der Produktverkauf Ihr Kerngeschäft ist, das Sortiment wächst und mehrere Vertriebskanäle wichtig werden. Richten Sie die Tarifwahl dann an benötigten Funktionen und Ihrer Gebührenrechnung aus, nicht allein an der Unternehmensgröße.
Für die endgültige Auswahl hilft eine kurze Anforderungsliste:
- Website-Pflege: Bearbeiten Sie eine typische Inhalts- und Produktseite. Beurteilen Sie, welche Arbeitsweise Sie im Alltag bevorzugen.
- Zahlungen: Rechnen Sie mit Ihrem tatsächlichen Kartenmix, Bestellwert und Anteil an Fremdwährungszahlungen.
- Abonnement und Erweiterungen: Addieren Sie zum gewählten Abonnement die wiederkehrenden Kosten jeder Erweiterung, die Ihr konkreter Ablauf benötigt.
- Betrieb: Ordnen Sie Produktpflege, Versand, Retouren und Kundenservice klaren Verantwortlichen zu.
- Verkauf vor Ort: Berücksichtigen Sie zusätzliche standortbezogene Abos. Shopify führt POS Pro auf der deutschen Preisseite mit 79 € pro Monat und Standort als kostenpflichtige Option auf; für zwei Standorte sind das 158 € monatlich zusätzlich.