Shopify passt eher zu Händlern, die Hosting und zentrale Plattformpflege abgeben möchten; WooCommerce zu Händlern, die mehr Kontrolle über ihren WordPress-Shop brauchen und dessen Wartung selbst übernehmen oder beauftragen können. Für die Kostenentscheidung zählen neben dem Abonnement auch Zahlungsanbieter, Erweiterungen und Arbeitsaufwand. In Deutschland unterscheiden sich die Kartenentgelte deutlich: Im durchgerechneten Beispiel mit 100 Bestellungen zu je 50 € entstehen bei Shopify Basic 162 € für Abonnement und Zahlungsabwicklung, bei WooPayments 100 € für die Zahlungsabwicklung vor Hosting und weiteren Betriebskosten.

WooCommerce und Shopify im direkten Vergleich

BereichWooCommerceShopify
BetriebsmodellQuelloffenes E-Commerce-Plugin für WordPress; Hosting wird separat gewählt.Gehostete E-Commerce-Plattform; Hosting und SSL sind im Abonnement enthalten.
Laufende GrundkostenPlugin kostenlos; Hosting, Domain und gewählte Betriebsleistungen werden separat bezahlt.Tarifabonnement; zusätzliche Apps, Domain und weitere Leistungen können Kosten verursachen.
WartungHändler oder Dienstleister betreut Hosting, Softwareupdates, Sicherungen und Sicherheit.Shopify betreut die Kerninfrastruktur; Händler betreuen Shopkonfiguration, Apps und angepasste Themes.
ZahlungsgebührenEntgelte des gewählten Zahlungsanbieters; keine WooCommerce-Transaktionsprovision.Zahlungsentgelte; bei Drittanbietern zusätzlich tarifabhängige Transaktionsgebühren mit dokumentierten Ausnahmen.
Checkout-AnpassungÜber Erweiterungen und Code anpassbar, mit eigener Verantwortung für Umsetzung und Pflege.Begrenzte Anpassung auf Basic, Grow und Advanced; vollständige Anpassung auf Plus.
Inhalte und technische SEOWordPress-Umgebung mit größerem Spielraum für Inhalte und technische Konfiguration.Integrierte SEO-Grundfunktionen innerhalb vorgegebener Plattformstrukturen.

Hosting und Wartung: Wer übernimmt den Shopbetrieb?

WooCommerce oder Shopify: Kosten und Betrieb im Vergleich
Style Factory erläutert auf Englisch, wie sich WooCommerce und Shopify bei Anpassbarkeit, Shopverwaltung und technischer Verantwortung unterscheiden.

WooCommerce ist ein kostenloses, quelloffenes E-Commerce-Plugin für WordPress. Sie wählen das Hosting und gestalten die technische Umgebung. Damit können Sie den Shop stärker an eigene Anforderungen anpassen, übernehmen aber auch die Verantwortung für diese Umgebung.

Bei Shopify sind Hosting und SSL im Abonnement enthalten. Shopify betreibt die zugrunde liegende Infrastruktur und kümmert sich um zentrale Plattformupdates. Für ein kleines Team, das vor allem Produkte, Bestellungen und Marketing betreuen möchte, kann diese Aufgabenverteilung der entscheidende Vorteil sein.

WooCommerce verlangt dagegen eine klare Zuständigkeit für Hosting, WordPress, Themes und Plugins. Updates, Sicherungen und Sicherheitsmaßnahmen müssen Sie selbst organisieren oder einem Dienstleister übertragen. Besonders wichtig ist die Kompatibilität: Eine Änderung an einem Bestandteil kann andere Funktionen des Shops betreffen.

Der Unterschied liegt deshalb auch im Einkauf von Leistungen. Bei WooCommerce können Hosting, Erweiterungen und technische Betreuung von verschiedenen Anbietern stammen. Bei Shopify beziehen Sie die Kernplattform aus einer Hand, bleiben aber für die Shopkonfiguration sowie installierte Apps und angepasste Themes zuständig. Auch ein gehosteter Shop benötigt laufende Betreuung.

Shopify-Preise und Kartenentgelte in Deutschland

Die deutsche Shopify-Preisseite listet am 12. Oktober 2026 folgende reguläre Preise und Entgelte. Die Jahresabrechnung ist als monatlicher Gegenwert angegeben; sie ist eine andere Zahlungsweise als die monatliche Abrechnung.

Shopify-TarifMonatlicher Gegenwert bei JahresabrechnungPreis bei monatlicher AbrechnungShopify Payments: standardmäßige inländische Online-Kartenzahlung
Basic27 €36 € pro Monat2,1 % + 0,30 € je Zahlung
Grow79 €105 € pro Monat1,8 % + 0,30 € je Zahlung
Advanced289 €384 € pro Monat1,6 % + 0,30 € je Zahlung

Für einen Händler mit Sitz in Deutschland nennt die WooPayments-Gebührenübersicht zum selben Stichtag 1,5 % + 0,25 € für eine standardmäßige inländische Online-Kartenzahlung. Der Zahlungsdienst hat laut Gebührenübersicht keine monatliche Grundgebühr. Hosting und der übrige WooCommerce-Betrieb werden separat bezahlt.

Was der Tarifwechsel bei Zahlungsgebühren bewirkt

Bei einer inländischen Online-Kartenzahlung über 100 € fallen nach den genannten deutschen Standardraten mit Shopify Payments 2,40 € auf Basic, 2,10 € auf Grow und 1,90 € auf Advanced an. Mit WooPayments sind es 1,75 €. Das jeweilige Shopify-Abonnement ist darin nicht enthalten; andere Kartentypen und internationale Zahlungen können anderen Bedingungen unterliegen.

Ein niedrigeres Kartenentgelt allein rechtfertigt nicht automatisch den höheren Tarif. Zwischen Basic und Grow beträgt der monatliche Preisunterschied bei Jahresabrechnung 52 €, während der variable Kartenanteil um 0,3 Prozentpunkte sinkt. Rein über diese Gebührenersparnis gleicht sich der Unterschied bei rund 17.333 € monatlichem Umsatz mit den beschriebenen Kartenzahlungen aus: 52 € ÷ 0,003 ≈ 17.333 €. Dabei bleiben der feste Betrag je Zahlung und alle anderen Tarifleistungen unberücksichtigt.

Für die Tarifentscheidung sind deshalb zwei Fragen getrennt zu beantworten: Welche Funktionen benötigt der Shop, und wie viel des Umsatzes wird tatsächlich über den betrachteten Zahlungsweg abgewickelt?

Zahlungsanbieter und Plattform berechnen unterschiedliche Gebühren

WooCommerce oder Shopify: Kosten und Betrieb im Vergleich

Bei Shopify Payments bezahlen Sie das Kartenentgelt für die Zahlungsabwicklung und separat das Shopify-Abonnement. Wird eine Transaktion dagegen über einen anderen Zahlungsanbieter abgewickelt, kann Shopify zusätzlich zum Entgelt dieses Anbieters eine eigene Transaktionsgebühr erheben.

Die deutschen Shopify-Tarife nennen dafür 2 % auf Basic, 1 % auf Grow, 0,6 % auf Advanced und 0,2 % auf Plus. Diese Gebühr kommt zur Zahlungsabwicklung des Drittanbieters hinzu. Bei einer betroffenen Transaktion über 100 € wären es auf Basic somit 2 € zusätzlich zum Entgelt des Zahlungsanbieters.

Das Shopify Help Center beschreibt die Bedingungen für Drittanbieter und alternative Zahlungsanbieter: Die zusätzliche Transaktionsgebühr kann auch dann anfallen, wenn Shopify Payments im Shop aktiviert ist. PayPal-Transaktionen sind ausgenommen, wenn Shopify Payments der primäre Zahlungsanbieter ist.

WooCommerce erhebt keine eigene plattformbezogene Transaktionsprovision. Der gewählte Zahlungsanbieter berechnet jedoch seine Entgelte. WooPayments ist eine mögliche Zahlungsintegration; die hier genannten WooPayments-Raten gelten nicht automatisch für andere Anbieter.

Welche Zahlungsanbieter ein Shopify-Shop auswählen kann, hängt vom Standort des Shops ab. Für die Kalkulation zählt daher der konkrete Anbieter, der die jeweilige Zahlung verarbeitet, einschließlich seiner eigenen Entgelte und gegebenenfalls der zusätzlichen Shopify-Gebühr.

Rechenbeispiel: 100 Bestellungen zu je 50 €

Das Beispiel gilt für einen Händler in Deutschland mit 100 standardmäßigen inländischen Online-Kartenzahlungen pro Monat, jeweils über 50 €. Das ergibt 5.000 € Zahlungsvolumen. Der Shopify-Shop nutzt Basic mit Jahresabrechnung und Shopify Payments; der WooCommerce-Shop nutzt WooPayments.

KostenbestandteilShopify Basic mit Shopify PaymentsWooCommerce mit WooPayments
Prozentualer Anteil der Zahlungsabwicklung2,1 % × 5.000 € = 105 €1,5 % × 5.000 € = 75 €
Fester Betrag je Zahlung0,30 € × 100 = 30 €0,25 € × 100 = 25 €
Zahlungsabwicklung insgesamt135 €100 €

Bei Shopify kommen 27 € als monatlicher Gegenwert des jährlich abgerechneten Basic-Abonnements hinzu. Die Summe aus diesen beiden Kostenpositionen beträgt somit 162 € pro Monat. Mit monatlicher Basic-Abrechnung wären es unter denselben Zahlungsannahmen 135 € + 36 € = 171 €.

Die 100 € bei WooPayments decken die Zahlungsabwicklung ab. Für den WooCommerce-Shop fallen zusätzlich die Kosten seiner Hosting- und Betriebsumgebung an. Die Zahlungsabwicklung ist in diesem Beispiel 35 € günstiger als bei Shopify Payments auf Basic; ob daraus ein günstigerer Shopbetrieb entsteht, hängt von diesen zusätzlichen Ausgaben ab.

Steuern, Erstattungen, Streitfälle, Apps, Domainkosten und Arbeitszeit bleiben außerhalb der Rechnung. Ebenso sind WooCommerce-Hosting, Sicherungs- und Sicherheitsdienste nicht eingerechnet. Die beiden Zahlen haben deshalb einen klaren Verwendungszweck: Sie zeigen die genannten Zahlungsentgelte und bei Shopify zusätzlich das Abonnement.

So wird daraus Ihr eigenes Betriebsbudget

Erstellen Sie für beide Plattformen ein Budget mit denselben benötigten Funktionen und Leistungen:

  • Hosting und Domain: Bei WooCommerce gehören die regulären Hostingkosten einschließlich Verlängerungskonditionen in die Rechnung. Bei Shopify ist das Hosting bereits Bestandteil des Tarifs; Domainkosten bleiben eine eigene Position.
  • Apps und Erweiterungen: Kalkulieren Sie die konkret benötigten Integrationen und ihre wiederkehrenden Kosten. Eine Funktion kann im gewählten Tarif enthalten sein, eine Erweiterung benötigen oder Entwicklungsarbeit erfordern.
  • Technische Betreuung: Ordnen Sie Updates, Sicherungen, Sicherheit und Fehlerbehebung einer verantwortlichen Person oder einem Dienstleister zu. Berücksichtigen Sie bezahlte Betreuung und die dafür eingeplante eigene Arbeitszeit.
  • Zahlungsabwicklung: Verwenden Sie Ihren tatsächlichen Zahlungsmix. Eine Rechnung nur mit inländischen Standardkarten bildet einen Shop mit anderen Zahlungsarten nicht vollständig ab.

Anpassungen, Checkout und Verkaufstools

WooCommerce bietet mehr Eingriffsmöglichkeiten – mit laufender Verantwortung

Die offene WordPress-Umgebung eignet sich besonders für Händler, deren Geschäftsabläufe über einen standardisierten Shop hinausgehen. Sie können Themes, Erweiterungen und eigenen Code einsetzen und auch die Hostingumgebung auswählen. Der praktische Vorteil entsteht dort, wo diese Freiheit eine konkrete Anforderung erfüllt.

Ein Beispiel liefert Andrew Aversa, President und CEO von Impact Soundworks: In einem von WooCommerce veröffentlichten Kundentestimonial beschreibt er, wie das Unternehmen für den Verkauf spezialisierter Softwareprodukte Erweiterungen und eigene Geschäftslogik einsetzt. Das ist ein konkreter Anwendungsfall für Anpassbarkeit, keine allgemeine Zusage über Entwicklungsaufwand oder Kosten.

Für Ihr Projekt sollte die Anforderung vor der Plattformwahl feststehen. Brauchen Sie einen besonderen Ablauf, gehört sowohl seine Umsetzung als auch seine spätere Pflege in das Budget. Mehr technische Freiheit bedeutet zugleich mehr Bestandteile, deren Zusammenspiel betreut werden muss.

Bei Shopify setzt der Tarif dem Checkout Grenzen

Shopify unterstützt Anpassungen über Themes und Apps. Die zum Stichtag geltende Preisübersicht nennt für Basic, Grow und Advanced jedoch eine begrenzte Checkout-Anpassung; die vollständige Checkout-Anpassung ist Plus vorbehalten.

Diese Grenze ist wichtig, wenn Ihr Projekt Änderungen direkt am Checkout verlangt. Ein individuell gestalteter Shop und ein vollständig anpassbarer Checkout sind unterschiedliche Anforderungen. Halten Sie deshalb fest, welche Änderung an welcher Stelle des Kaufprozesses benötigt wird, bevor Sie einen Tarif oder eine App auswählen.

Dropshipping hängt auch vom Lieferanten ab

Für Einsteiger kann Shopifys stärker verwaltete Umgebung die Einrichtung vereinfachen. WooCommerce bietet mehr Spielraum für individuell angepasste Abläufe. Bei Dropshipping entscheidet aber auch, ob die benötigte Lieferanten- und Fulfillment-Integration den vorgesehenen Arbeitsablauf unterstützt.

Beginnen Sie daher bei der Verbindung zwischen Shop und Lieferant: Welche Integration wird benötigt, welche laufenden Kosten verursacht sie, und wer betreut sie? Eine Plattformwahl nach dem Etikett „Dropshipping“ allein beantwortet diese Betriebsfragen nicht.

SEO, Leistung und Zuverlässigkeit

WordPress bietet mehr Gestaltungsfreiheit für Inhalte und technische SEO

WooCommerce profitiert von WordPress als Content-Management-System. Die Umgebung bietet mehr Spielraum für Inhalte, URL-Strukturen und technische Anpassungen. Das kann für einen Shop mit umfangreichen Ratgebern oder speziellen SEO-Anforderungen relevant sein.

Shopify stellt integrierte SEO-Grundfunktionen bereit, gibt aber strukturelle Regeln vor und begrenzt bestimmte Eingriffe in URLs und Sitemaps. Für einen Händler, dessen Anforderungen innerhalb dieser Vorgaben liegen, kann die verwaltete Umgebung ausreichen. Mehr Einstellmöglichkeiten auf WooCommerce bringen vor allem dann einen Nutzen, wenn Ihr Team sie für eine konkrete Strategie einsetzt. Die Plattformwahl garantiert keine Rankings oder Besucherzahlen.

Beim Tempo zählt die Betriebsumgebung

Shopify übernimmt die gehostete Infrastruktur. Bei WooCommerce hängen Leistung und Betrieb stärker vom gewählten Hosting, der Konfiguration und den eingesetzten Erweiterungen ab. Wer WooCommerce erwägt, entscheidet deshalb zugleich über die technische Umgebung und ihre Betreuung.

Auch bei der Zuverlässigkeit lohnt der Blick auf einzelne Komponenten. In einer Reddit-Diskussion über WooCommerce-Probleme und einen möglichen Wechsel weist u/pmgarman darauf hin, dass Apps und deren Updates auch Shopify-Shops Probleme bereiten können. u/TheLegitimateGoose sieht den Vorteil von Shopify darin, dass die Plattform einen Teil der Infrastrukturarbeit übernimmt. Das sind individuelle Einschätzungen von Nutzern, keine vergleichenden Ausfallmessungen.

Für die tägliche Arbeit folgt daraus eine konkrete Zuständigkeitsfrage: Wer untersucht ein Problem mit dem Checkout, einer Erweiterung oder dem Theme? Bei WooCommerce kann die Antwort mehrere Anbieter einschließen. Shopify bietet zentrale Hilfe für die Plattform; für installierte Apps und angepassten Code bleibt ebenfalls Betreuung notwendig.

Welche Plattform passt zu Ihrem Team?

Wählen Sie WooCommerce, wenn die zusätzliche Kontrolle einen klaren Zweck erfüllt

WooCommerce passt zu einem bestehenden WordPress-Angebot, einer anspruchsvollen Content-Strategie oder speziellen Geschäftsabläufen, die Eingriffe in die technische Umgebung verlangen. Voraussetzung ist, dass Sie Hosting und Wartung selbst zuverlässig organisieren oder beauftragen können.

Vor der Entscheidung sollten ein Hostingangebot mit Verlängerungspreis, die benötigten Erweiterungen und die Zuständigkeit für Updates, Sicherungen und Sicherheitsmaßnahmen feststehen. Erst damit lässt sich die freie Plugin-Software in ein belastbares Betriebsbudget übersetzen.

Wählen Sie Shopify, wenn Sie Infrastrukturarbeit abgeben möchten

Shopify passt eher zu einem kleinen Team, das seine technische Umgebung stärker standardisieren und die Kerninfrastruktur an die Plattform abgeben möchte. Dafür akzeptieren Sie ein laufendes Abonnement, tarifabhängige Grenzen und die jeweiligen Zahlungsbedingungen.

Prüfen Sie vor der Auswahl des Tarifs besonders die benötigten Checkout-Anpassungen, Apps und Zahlungsanbieter. Ein günstigerer Einstiegstarif hilft wenig, wenn eine zentrale Anforderung eine andere Tarifstufe oder zusätzliche Leistungen erfordert.

Bei einem bestehenden Shop kommt der Wechselaufwand hinzu

Wenn Sie einen laufenden WooCommerce-Shop zu Shopify verlagern möchten, gehören bestehende URLs und historische Bestelldaten in die Projektplanung. In der genannten Reddit-Diskussion empfehlen Nutzer, Weiterleitungen von alten zu neuen URLs zuzuordnen und den Umgang mit der Bestellhistorie vorab festzulegen. Diese Aufgaben kommen zu Einrichtung und laufendem Betrieb der neuen Plattform hinzu.