Shopify passt eher zu einem Shop, dessen Alltag von Warenbestand, Bestellungen und mehreren Verkaufskanälen geprägt ist; Squarespace kommt besonders für Unternehmen infrage, bei denen Gestaltung und Inhalte im Mittelpunkt stehen. Für die Kostenentscheidung ist außerdem entscheidend, ob Sie Waren, digitale Inhalte oder Termine verkaufen: Diese Geschäftsmodelle bringen unterschiedliche Gebühren und Zusatzabos mit sich.
Bei Squarespace beginnen die deutschen Tarife am 12. Oktober 2026 bei 12 € monatlich mit jährlicher Abrechnung, jeweils zuzüglich Umsatzsteuer. Der günstigste Tarif ist allerdings nicht automatisch die wirtschaftlichste Wahl für einen laufenden Shop.
Shopify und Squarespace nach Einsatzschwerpunkt
| Kriterium | Shopify | Squarespace |
| Schwerpunkt | Handelsbetrieb mit Bestellungen, Bestand sowie Online- und persönlichem Verkauf | Website-Gestaltung und Inhalte mit Verkauf von Produkten und Dienstleistungen |
| Seitengestaltung | Themes und Bearbeitung des Shopauftritts | Vorlagen und Drag-and-drop-Bearbeitung |
| Digitale Angebote und Termine | Auslieferungs- und Buchungsabläufe mit den dafür gewählten Apps planen | Kurse und Mitgliedschaften in den Website-Tarifen; Acuity Scheduling als separates Abo |
Gestaltung oder Handelsbetrieb: Was Ihren Alltag bestimmt
Shopify für Bestand und mehrere Verkaufskanäle
Shopify ist besonders dann eine naheliegende Wahl, wenn Sie Onlineverkauf, stationären Verkauf und Bestandsverwaltung zusammenführen möchten. Die US-Tarifübersicht von Shopify nennt unter anderem zehn Inventarstandorte im Basic-Tarif, kanalübergreifenden Verkauf und Funktionen für den persönlichen Verkauf. Sie führt außerdem Shopify Markets mit lokalen Währungen, lokalen Zahlungsmethoden, Übersetzungen und regionaler Anpassung auf.
Für einen Händler mit mehreren Lagerorten ist eine solche Bestandsstruktur ein konkretes Auswahlkriterium. Für eine Marke, die zusätzlich auf Veranstaltungen oder im Laden verkauft, zählt dagegen das Zusammenspiel von Onlinegeschäft und Kassensystem. Erstellen Sie deshalb vor der Tarifwahl eine Liste Ihrer Lagerorte, Verkaufskanäle und benötigten Zahlungsarten. So wird aus einer allgemeinen Funktionsliste eine betriebliche Anforderung.
Auch bei Kunst und Einzelstücken entscheidet der Arbeitsablauf: Wer regelmäßig neue Originale einstellt und zusätzlich vor Ort verkauft, hat andere Anforderungen als ein Künstler, dessen Website hauptsächlich Arbeiten präsentiert und gelegentlich einen Verkauf abwickelt.
Squarespace für einen gestaltungs- und inhaltsorientierten Auftritt
Squarespace ist eine plausible Wahl, wenn Portfolio, redaktionelle Inhalte und Markenauftritt einen großen Teil der Website ausmachen. Website Builder Expert beschrieb in seinem veröffentlichten Editorvergleich mehr direkte Drag-and-drop-Gestaltungsmöglichkeiten bei Squarespace als bei Shopify. Diese Beobachtung bezieht sich auf die dort untersuchten Editorversionen.
Squarespace Help erklärt im offiziellen Tarif-Tutorial, dass alle vier Tarife Drag-and-drop-Bearbeitung, den Verkauf unbegrenzt vieler Produkte, Rechnungen sowie Kurse und Mitgliedschaften ermöglichen. Ein kleiner Warenkatalog zwingt ein Unternehmen damit nicht dazu, auf ein vorwiegend handelsorientiertes System zu setzen.
Für die Auswahl lohnt sich eine konkrete Arbeitsprobe: Legen Sie ein typisches Produkt an, überarbeiten Sie dessen Beschreibung und gestalten Sie eine wichtige Inhaltsseite. Bei häufig wechselnden Einzelstücken sind diese wiederkehrenden Handgriffe wichtiger als die Zahl der Vorlagen. Bei einem Portfolio zählt stärker, wie gut sich Bildstrecken, Texte und Kaufmöglichkeiten miteinander verbinden lassen.
Squarespace-Preise und Zahlungsgebühren in Deutschland
Die deutsche Squarespace-Preisseite zeigt am 12. Oktober 2026 die folgenden Preise und Gebühren. Die Abopreise verstehen sich zuzüglich Umsatzsteuer. Bei jährlicher Abrechnung ist der angegebene Monatsbetrag ein rechnerischer Monatswert.
| Tarif | Pro Monat bei jährlicher Abrechnung | Bei monatlicher Abrechnung | Standard-Kartengebühr mit Squarespace Payments | Transaktionsgebühr für Onlineshop-Verkäufe | Gebühr für digitale Inhalte und Mitgliedschaften |
| Basic | 12 € | 17 € | 2,0 % + 0,25 € | 2 % | 7 % |
| Core | 18 € | 24 € | 2,0 % + 0,25 € | 0 % | 5 % |
| Plus | 32 € | 42 € | 1,7 % + 0,25 € | 0 % | 1 % |
| Advanced | 69 € | 79 € | 1,5 % + 0,25 € | 0 % | 0 % |
Squarespace Payments ist in Deutschland verfügbar. Für einen Waren-Shop ist der Schritt von Basic zu Core vor allem wegen der entfallenden 2-%-Shopgebühr interessant. Bei jährlicher Abrechnung beträgt der Aboaufschlag 6 € monatlich. Bei ansonsten gleichen Bedingungen gleichen bereits 300 € monatlicher gebührenpflichtiger Shopumsatz diesen Unterschied aus: 300 € × 2 % = 6 €.
Bei digitalen Inhalten verschiebt sich die Entscheidung stärker zu den höheren Tarifen. Hier sinkt nicht nur die Kartenverarbeitungsgebühr, sondern auch die zusätzliche Plattformgebühr auf den Umsatz.
Welche Gebühren zusätzlich zum Abo anfallen
Die laufenden Kosten bestehen aus verschiedenen Bausteinen:
- Tarifgebühr: das feste Entgelt für Website und die Funktionen des gewählten Tarifs.
- Zahlungsabwicklung: bei Kartenzahlungen ein prozentualer Anteil zuzüglich eines festen Betrags pro Transaktion.
- Plattformgebühr: eine weitere umsatzabhängige Gebühr, etwa für Onlineshop-Verkäufe oder digitale Inhalte.
- Zusatzabos und Apps: zusätzliche Kosten für bestimmte Arbeitsabläufe, beispielsweise Terminbuchungen.
Bei Squarespace Core in Deutschland bleiben für digitale Inhalte und Mitgliedschaften 5 % Plattformgebühr fällig, während die Onlineshop-Transaktionsgebühr 0 % beträgt. Die Kartengebühr kommt jeweils hinzu. Die Produktkategorie ist deshalb ein wesentlicher Teil der Kalkulation.
Auch der gewählte Zahlungsanbieter kann die Rechnung verändern. Ein US-Beispiel verdeutlicht das Gebührenmodell von Shopify: Basic kostet dort 29 US-Dollar monatlich bei jährlicher Abrechnung, die Standard-Onlinekartengebühr beginnt bei 2,9 % + 0,30 US-Dollar. Bei Nutzung eines externen Zahlungsanbieters statt Shopify Payments fällt im US-Basic-Tarif zusätzlich eine Shopify-Transaktionsgebühr von 2 % an. Squarespace Core kostet in den USA ebenfalls 29 US-Dollar monatlich bei jährlicher Abrechnung und erhebt getrennte Gebühren für Onlineshop-Verkäufe und digitale Inhalte.
Was ein Waren-Shop bei Squarespace rechnerisch kostet
Für ein deutsches Kostenbeispiel nehmen wir 100 Bestellungen im Monat zu jeweils 50 € an. Das ergibt 5.000 € monatliches Zahlungsvolumen. Alle Zahlungen erfolgen zum ausgewiesenen Standard-Kartentarif über Squarespace Payments; die Abos werden jährlich abgerechnet.
Die Rechnung umfasst Abo, Kartenverarbeitung und die jeweilige Plattformgebühr. Umsatzsteuer, Erstattungen, Rückbuchungen, andere Zahlungsarten, Domainverlängerungen und optionale Zusatzdienste bleiben außerhalb des Modells.
| Tarif | Rechnerisches Monatsabo | Kartenverarbeitung | Onlineshop-Transaktionsgebühr | Modellierte monatliche Zwischensumme |
| Basic | 12 € | 125 € | 100 € | 237 € |
| Core | 18 € | 125 € | 0 € | 143 € |
| Plus | 32 € | 110 € | 0 € | 142 € |
| Advanced | 69 € | 100 € | 0 € | 169 € |
Für Core lautet die Rechnung: 5.000 € × 2,0 % + 100 × 0,25 € = 125 € Kartenverarbeitung. Mit dem Abo ergibt das 143 € monatlich.
In diesem Modell liegt Plus trotz des höheren Abopreises einen Euro unter Core. Die um 0,3 Prozentpunkte niedrigere Kartengebühr spart bei 5.000 € Zahlungsvolumen 15 €, während das Abo 14 € mehr kostet. Bei geringeren Umsätzen kann Core günstiger sein; bei den genannten jährlichen Abopreisen liegt der rechnerische Gleichstand bei rund 4.667 € monatlichem Standard-Kartenumsatz.
Damit hängt die passende Tarifstufe auch von der Umsatzhöhe ab. Der feste Betrag je Transaktion beeinflusst wiederum die Gesamtkosten: Viele kleine Bestellungen verursachen bei gleichem Umsatz mehr feste Zahlungsgebühren als wenige große.
Digitale Inhalte verändern die Tarifwahl
Bei Kursen, digitalen Inhalten und Mitgliedschaften fällt die prozentuale Plattformgebühr besonders ins Gewicht. Mit denselben 100 Zahlungen zu 50 € ergibt sich für Squarespace in Deutschland eine andere Rechnung:
| Tarif | Rechnerisches Monatsabo | Kartenverarbeitung | Gebühr für digitale Inhalte und Mitgliedschaften | Modellierte monatliche Zwischensumme |
| Basic | 12 € | 125 € | 350 € | 487 € |
| Core | 18 € | 125 € | 250 € | 393 € |
| Plus | 32 € | 110 € | 50 € | 192 € |
| Advanced | 69 € | 100 € | 0 € | 169 € |
Hier beträgt der Unterschied zwischen Core und Advanced 224 € im Monat. Das höhere Advanced-Abo wird bei diesem Umsatz durch die geringeren umsatzabhängigen Gebühren mehr als ausgeglichen. Die Berechnung verwendet dieselben Annahmen und Ausschlüsse wie das Warenbeispiel; es handelt sich um modellierte Zwischensummen.
Für einen Anbieter mit Waren und kostenpflichtigen Inhalten lohnt es sich deshalb, beide Umsatzarten getrennt zu planen. Ein ausschließlich auf den gesamten Shopumsatz angewendeter Gebührensatz würde die unterschiedlichen Kategorien nicht abbilden.
Squarespace beendete am 23. Juli 2026 die Neuanmeldung für den eigenständigen älteren Tarif Digital Products. Für neue Abschlüsse gelten die digitalen Gebühren der aktuellen Website-Tarife, wie Squarespace in seiner Hilfe zu Digital Products erläutert.
Wenn Sie digitale Produkte über Shopify verkaufen möchten, gehört die gewählte Auslieferungslösung ebenfalls in Ihr Budget. Planen Sie dabei den gesamten Ablauf vom Kauf bis zum Zugriff auf das Produkt, einschließlich einer gegebenenfalls eingesetzten App.
Dienstleistungen: Verkauf und Terminbuchung getrennt planen
Squarespace unterstützt den Verkauf von Dienstleistungen, doch Acuity Scheduling ist ein separates Abo. Auch Email Campaigns und Domains haben eigene Abrechnungen. Das erläutert Squarespace in seiner Hilfe zur Tarifwahl. Jede Squarespace-Website benötigt zudem einen eigenen Website-Tarif; Hosting ist im Website-Abo enthalten.
Für einen Beratungs- oder Studiobetrieb bedeutet das: Zum Website-Tarif kommt die ausgewählte Terminbuchungslösung hinzu. Entscheidend ist, ob Ihr Angebot einen festen Termin, eine einmalige Zahlung oder einen längerfristigen Zugang benötigt. Diese Abläufe sollten Sie einzeln durchspielen.
Website Builder Expert beschreibt für Shopify die Terminbuchung über zusätzliche Apps. Für einen dienstleistungsorientierten Shop gehört deshalb auch dort die Buchungslösung in die Auswahl und Kostenplanung. Bei Shopify sind Webhosting und SSL im Plattformabo enthalten.
So treffen Sie die Entscheidung für Ihren Shop
Wählen Sie eher Shopify, wenn Warenbestand, mehrere Verkaufskanäle und der persönliche Verkauf Ihre wichtigsten betrieblichen Anforderungen sind. Das gilt auch für Künstler und kleine Marken, deren tägliche Arbeit zunehmend aus Produktpflege und Auftragsabwicklung besteht.
Wählen Sie eher Squarespace, wenn Portfolio, Texte und Seitengestaltung das Angebot tragen und der Shop in diesen Auftritt eingebettet werden soll. Bei digitalen Inhalten verdient die Tarifrechnung genauso viel Aufmerksamkeit wie der Editor; für Terminangebote gehört Acuity Scheduling als eigene Position ins Budget.
Vor einem Jahresabo helfen konkrete Aufgaben bei der Entscheidung:
- Typischen Artikel anlegen: Varianten, Bilder und Beschreibung so erfassen, wie sie im Alltag benötigt werden.
- Häufige Änderung durchführen: Einen Preis, ein Einzelstück oder eine Inhaltsseite aktualisieren und den Arbeitsaufwand beurteilen.
- Verkaufsablauf durchgehen: Zahlung, Bestandsführung sowie gegebenenfalls digitalen Zugriff oder Terminbuchung einbeziehen.
- Eigenes Kostenmodell aufstellen: Monatsumsatz, Bestellzahl, Zahlungsarten, Produktkategorien und benötigte Zusatzabos getrennt erfassen.
Für Squarespace-Händler mit mehreren Websites ist dabei jede weitere Website ein eigener Aboposten. Ein Portfolio und ein separat betriebener Shop benötigen jeweils einen Website-Tarif.