Einen Shopify-Shop einzurichten bedeutet, Produktkatalog, Gestaltung und Verkaufsablauf aufeinander abzustimmen, Zahlungen und Versand vorzubereiten und den Checkout zu testen. Erst wenn der Shop zusätzlich öffentlich zugänglich ist, können Kundinnen und Kunden ihn ohne Admin-Vorschau oder Passwort aufrufen. Ein veröffentlichtes Theme allein reicht dafür nicht.
Shopify-Shop einrichten: die wichtigsten Bereiche
Ein funktionsfähiger Shop umfasst mehr als eine Startseite. Zum Aufbau gehören Produktseiten und Lagerbestände, Kollektionen, Menüs und Informationsseiten sowie Einstellungen für Checkout, Zahlungen und Versand. Hinzu kommen passende geschäftliche Kontaktangaben und ein Domainname. Welche Aufgaben nötig sind, hängt auch davon ab, welche Produkte verkauft und welche Märkte beliefert werden.
Das ist für die Planung wichtig: Ein fertiges Design ist noch kein verkaufsbereiter Shop. Kundinnen und Kunden müssen Produkte finden, die vorgesehenen Varianten auswählen und den Kauf mit den angebotenen Zahlungs- und Versandoptionen abschließen können.
Was vor dem Einrichten bereitliegen sollte
Vor dem Aufbau helfen eine Liste der Produkte und ihrer Varianten, Produktbeschreibungen und Bilder sowie eine grobe Struktur für Kategorien und Seiten. Auch Geschäfts- und Kontaktangaben, Lager- oder Fulfillmentplanung und die vorgesehenen Lieferziele sollten bedacht sein. So lassen sich Produktseiten, Navigation und Versandoptionen passend anlegen.
Shopify unterscheidet zwischen den privaten Identitätsdaten des Kontos und den Kontaktangaben des Shops. Die Shop-Adresse kann Kundinnen und Kunden angezeigt werden; sie ist außerdem nicht identisch mit der Rechnungsadresse. Wer den Shop für eine minderjährige Person einrichtet, muss Shopify zufolge ein Konto mit den eigenen Angaben einer erziehungsberechtigten Person verwenden; Kontoinhaber müssen mindestens 18 Jahre alt sein.
Produkte, Themes und Kollektionen
Produkte benötigen mindestens einen Titel und einen Preis. Bei physischen Waren sind außerdem der Produktstatus, die Verfügbarkeit im Onlineshop und ein genaues Gewicht wichtig, wenn Versandtarife danach berechnet werden. Shopify erlaubt bis zu drei Optionen je Produkt und bis zu 2.048 Varianten. Bei mehr als 100 Varianten können jedoch einzelne Themes, Apps oder Verkaufskanäle Einschränkungen haben.
Ein Theme gestaltet die sichtbare Oberfläche des Shops. Im Theme-Editor lassen sich unter anderem Bereiche, Farben und Typografie anpassen; eine Vorschau hilft, die Darstellung vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bei kostenpflichtigen Themes ist ein Kauf nötig, bevor sie veröffentlicht werden können.
Bei Kollektionen unterscheiden sich die Admin-Steuerelemente je nach Modell. Shopify führt ein neues, quellengestütztes Modell ein, während in Shops ohne dieses Modell weiterhin manuelle und Smart-Kollektionen verfügbar sind. Smart-Kollektionen ordnen Produkte anhand festgelegter Bedingungen zu. Das neue Modell kann zusätzlich ausgewählte Varianten aufnehmen; ältere Kollektionen enthalten ganze Produkte. Welche Bedienelemente erscheinen, richtet sich danach, welches Modell im jeweiligen Admin verfügbar ist.
Checkout, Zahlungen und Versand
Der Checkout sollte die Kontakt- und Adressangaben abfragen, die zum Geschäftsmodell passen. Eine Lieferadresse und Versandtarife erscheinen nur, wenn mindestens ein Produkt im Warenkorb Versand erfordert. Ist ein eigentlich zu versendender Artikel als nicht physisch gekennzeichnet, wird im Checkout daher möglicherweise kein Versandschritt angezeigt.
Shopify Payments ist in Deutschland verfügbar, die Nutzung hängt aber von der Eignung des Unternehmens und der erforderlichen Prüfung ab. Zur Einrichtung gehören die Verifizierung der Geschäfts- und Identitätsangaben, die Zwei-Schritt-Authentifizierung und ein Bankkonto für Auszahlungen. Andere Zahlungsmethoden können eigene Voraussetzungen haben.
Versandoptionen müssen die aktiven Märkte und die tatsächlichen Versandbedingungen abbilden. Für gewichtsbasierte oder vom Versanddienstleister berechnete Tarife sind genaue Produktgewichte wichtig. Shopify dokumentiert sowohl Versandprofile als auch Versandoptionen, die über Märkte verwaltet werden; der passende Weg hängt vom Setup des Shops ab.
Shopify weist Händlerinnen und Händler darauf hin, dass sie ihre steuerlichen Pflichten selbst beachten müssen. Steuerregeln hängen vom jeweiligen Unternehmen und den bedienten Märkten ab; eine in den USA geltende Einrichtung lässt sich nicht pauschal auf Deutschland übertragen.
Theme veröffentlichen und Shop öffentlich zugänglich machen
Die Veröffentlichung des ausgewählten Themes und die Freigabe des Shops sind getrennte Schritte. Nach der Theme-Veröffentlichung zeigt der Shop dieses Design; der Zugang kann trotzdem weiterhin privat sein.
Für einen öffentlichen Start während der Testphase nennt Shopify als Voraussetzungen einen ausgewählten Abonnementplan, eine Shop-Adresse, eine Zahlungsmethode und einen ausgeschalteten Testmodus. Bei Shopify Payments setzt das Testen von Transaktionen ebenfalls einen kostenpflichtigen Plan und eine abgeschlossene Einrichtung voraus. Vor dem Testen sollten automatische Fulfillment-Apps deaktiviert werden. Testbestellungen dürfen nicht erfüllt und dafür gekaufte Versandetiketten nicht verwendet werden, da Etiketten Kosten verursachen können. Vor dem öffentlichen Start muss der Testmodus wieder ausgeschaltet sein.
Bestellungen, Analytics und Apps nach dem Start
Nach den ersten Bestellungen lassen sich im Admin Produktangaben, Zahlungsereignisse und der Zeitverlauf einer Bestellung getrennt prüfen. Shopify Analytics bietet Filter für Zeiträume und Vergleiche; ein Klick auf eine Kennzahl öffnet den zugehörigen Bericht. Eine Sitzung endet nach 30 Minuten Inaktivität, sodass ein Besucher mehrere Sitzungen erzeugen kann.
Zusätzliche Apps sind eine optionale Entscheidung. Vor der Installation lohnt sich ein Blick auf den konkreten Bedarf, Preismodell, Kompatibilität, Bewertungen, Support und angeforderte Datenzugriffe. Oberlo ist im Shopify App Store nicht verfügbar. Google Analytics 4 lässt sich über den Google-&-YouTube-Kanal auch ohne Google Merchant Center oder Google Ads verbinden.
Welche Preise die frühere Deutschland-Beobachtung zeigte
Eine frühere, nicht datierte Preisansicht von Shopify für Deutschland zeigte Basic mit 27 € pro Monat als Monatsäquivalent bei jährlicher Abrechnung oder 36 € bei monatlicher Abrechnung. Für Grow lauteten die Werte 79 € beziehungsweise 105 €, für Advanced 289 € beziehungsweise 384 €. Es handelt sich um historische beobachtete Beträge; die jährlichen Abrechnungswerte sind Monatsäquivalente.